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Das Gesetz der Geschlossenheit
Das Prinzip der Geschlossenheit verweist auf die Tendenz, in geometrischen Gebilden diejenigen Strukturen als Figur wahrzunehmen, die eher geschlossen wirken als offen. Die Geschlossenheit kann durch tatsächlich vorhandene Linien, aber auch bereits durch die Vorstellung derselben bewirkt werden.
Hier wieder unser Ausgangsbild gleichmäßig angeordneter Quadrate.
Elemente, die von einer Linie umrahmt sind, werden als zusammengehörig aufgefasst.
Selbst dann, wenn verschiedene Elemente einen Rahmen bilden, werden sie von uns als zusammengehörig betrachtet.
Unser Gehirn käme bei diesem Bild gar nicht auf die Idee, dort vier symmetrisch angeordnete, schwarze Vollkreise zu vermuten, aus denen je ein Viertelkeis ausgeschnitten sein könnte. Wir erkennen vielmehr ein weißes Quadrat vor vier schwarzen Kreisen, ohne dass die Linien des Quadrats sichtbar wären. Hier greift das Bestreben unseres Gehirns in dem Wahrgenommenen die einfachste mögliche Bedeutung zu erkennen und damit unvollständige Bilder zu komplettieren.
Bei dieser deutlich komplexeren Figur wird es unserem Gehirn noch schwerer gemacht. Das weiße Dreieck mit dunkler Umrandung sehen wir nur durch Aussparungen und Unterbrechungen in Formen, die scheinbar hinter dem weißen Dreieck ohne Umrandung liegen. Da die Figur offensichtlich vor den anderen Elementen liegt, erscheint ihre Fläche heller. Denn unsere Erfahrung lehrt uns, dass Objekte in der Nähe kontrastreicher und heller sind, als weiter entfernte.
Beispiele für das Prinzip der Geschlossenheit

Brillant genutzt ist das Prinzip der Geschlossenheit auf der US-Seite der Firma Palm:
Themenbereiche sind mit einem Rahmen versehen, in den die Überschrift integriert ist.
Enthält ein Bereich mehrere Unterthemen, so sind diese mit einer feinen, horizontalen Linie voneinander getrennt.
Textlinks sind blau gestaltet. Die kleinen schwarzen Pfeilspitzen tragen zur Verbesserung der Struktur bei.

Auch hier sind die Gruppen sauber voneinander abgegrenzt.
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